Akademische Resilienz und akademische Leistungen: Für ein besseres Verständnis von Schülern mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS), Schülern ohne ADHS und der akademischen Resilienz selbst
Andrew Martin (2014)
The British journal of educational psychology 84(Pt 1), 86-107
Zusammenfassung
HINTERGRUND: Akademische Resilienz bezeichnet die Fähigkeit von Schülerinnen und Schülern, Rückschläge und Herausforderungen, die typisch für den schulischen Alltag sind, erfolgreich zu bewältigen. Sie kann einen wichtigen Faktor im psychoedukativen Kontext darstellen und Schülerinnen und Schüler unterstützen, die Schwierigkeiten in der Schule und mit dem Lernen haben. ZIELE: Diese Studie untersuchte die Rolle der akademischen Resilienz für die schulischen Leistungen sowie das kognitive, affektive und verhaltensbezogene Engagement von (1) Schülerinnen und Schülern mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) und (2) „regulären“ Schülerinnen und Schülern, die dieselben Klassen und Schulen besuchen. Die Studie zielte außerdem darauf ab, die bisherige Forschung zur akademischen Resilienz durch die Einbeziehung bisher vernachlässigter und potenziell einflussreicher Faktoren wie Persönlichkeit und sozioökonomischer Status zu erweitern. STICHPROBE: Die Teilnehmenden waren n = 87 Schülerinnen und Schüler mit ADHS, n = 3374 Gleichaltrige ohne ADHS und n = 87 zufällig ausgewählte Schülerinnen und Schüler ohne ADHS. METHODE: Die auf einer Umfrage basierenden Daten wurden mittels multivariater Pfadanalyse (mehrere unabhängige/Kovariaten und abhängige Variablen) mit mehreren Gruppen (ADHS, Nicht-ADHS, zufällig gewichtete Nicht-ADHS-Gruppe) analysiert. ERGEBNISSE: Die Ergebnisse zeigten einen signifikanten und positiven Zusammenhang zwischen akademischer Resilienz und den Lernergebnissen von Schülern mit ADHS, der sich auch auf die Nicht-ADHS-Gruppe übertragen ließ. In den Fällen, in denen sich die Effekte der akademischen Resilienz zwischen den Gruppen unterschieden, waren die Effekte für Schüler mit ADHS vorteilhafter. Darüber hinaus erklärte die akademische Resilienz einen signifikanten Anteil der Varianz der Lernergebnisse beider Schülergruppen, nachdem Kovariaten (Alter, Geschlecht, Bildung der Eltern, sprachlicher Hintergrund, sozioökonomischer Status, Persönlichkeit) berücksichtigt wurden. SCHLUSSFOLGERUNG: Es wird gefolgert, dass es sinnvoll ist, die akademische Resilienz sowohl bei Schülern mit als auch ohne ADHS umfassend zu fördern und zu stärken – und dass akademische Resilienz einen Teil der Varianz der Lernergebnisse erklärt, der über wichtige intrapersonelle Faktoren wie Persönlichkeit, sozioökonomischen Status, ethnische Zugehörigkeit usw. hinausgeht.
Kategorien: ADHS bei Erwachsenen, ADHS bei Kindern
Schlagwörter: ADHS, Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Hyperaktivität, Geschlecht, Schule
