Randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Cross-over-Studie zu den Auswirkungen von Lisdexamfetamin-Dimesylat und gemischten Amphetaminsalzen auf die Kognition im Tagesverlauf bei Erwachsenen mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung

Patrick Martin, Mary Corcoran, Pinggao Zhang, Alain Katic (2014)

Clinical drug investigation 34(2), 147-157

Zusammenfassung

HINTERGRUND: Das Verständnis der Art und des zeitlichen Verlaufs der pharmakodynamischen Wirkungen von Medikamenten gegen Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ist hilfreich. Die Cognitive Drug Research Computerized Battery of Tests (CDR-CBT) ist eine 20-minütige Testbatterie mit zehn standardisierten, validierten neuropsychologischen Aufgaben. ZIEL: Diese Pilotstudie untersuchte die Sensitivität und das Ansprechen der CDR-CBT auf die Beurteilung der kognitiven Funktion bei Erwachsenen mit ADHS vor und bis zu 16 Stunden nach der Einnahme während der Behandlung mit Lisdexamfetamin-Dimesylat (LDX) oder Amphetamin-Salzen mit sofortiger Wirkstofffreisetzung (MAS-IR; verschiedene Generika erhältlich). METHODEN: Es handelte sich um eine doppelblinde, dreiphasige Cross-over-Studie. Die Teilnehmer erhielten über jeweils sieben Tage in randomisierter Reihenfolge 50 mg LDX/Tag, 20 mg MAS-IR/Tag und Placebo (ca. 7 Uhr morgens). Die CDR-CBT wurde an Tag 1 von Periode 1 und an Tag 7 jeder Periode zu festgelegten Zeitpunkten zwischen -0,5 Stunden (vor der Dosisgabe) und 16 Stunden nach der Dosisgabe durchgeführt. Der zusammengesetzte Aufmerksamkeitsleistungswert (PoA) (Summe aus einfacher Reaktionszeit, Wahlreaktionszeit und Ziffern-Vigilanzgeschwindigkeit) war der primäre Endpunkt. Die Conners' Adult ADHD Rating Scales-Self-Report: Short Version (CAARS-S:S) wurde zu Studienbeginn sowie an Tag 1 von Periode 1 und an den Tagen 6 und 7 jeder Behandlungsperiode eingesetzt. Zu den tertiären Endpunkten gehörten der zusammengesetzte Aufmerksamkeitsleistungswert der CDR-CBT, die Werte der einzelnen Aufgaben, die kognitive Reaktionszeit und die Werte zur Reaktionsvariabilität. Es wurden keine inferenzstatistischen Vergleiche durchgeführt. Die Sicherheitsbewertung umfasste unerwünschte Ereignisse (UE) und Vitalparameter. ERGEBNISSE: Diese Analyse umfasste 18 Teilnehmer (mittleres Alter 30,8 Jahre); ein Teilnehmer schied aufgrund von UE aus. Die mittleren PoA-Werte vor Behandlungsbeginn lagen zwischen 1175,9 und 1361,2 ms und entsprachen damit einem Normalter von über 40 Jahren. Die maximale Reduktion der PoA-Werte unter LDX und MAS-IR trat 5 Stunden nach der Dosisgabe an Tag 7 auf (mittlere Differenz der kleinsten Quadrate [95%-KI]: -150,0 [-235,41 bis -64,50] bzw. -79,8 [-165,72 bis 6,21] ms vs. Placebo). Die CAARS-S:S-Werte blieben unter LDX und MAS-IR (vs. Placebo) zu allen Messzeitpunkten nach der Dosisgabe unverändert. Die Ergebnisse der tertiären aufmerksamkeitsbezogenen CDR-CBT-Skala reagierten sensitiv auf LDX und MAS-IR (vs. Placebo). Die behandlungsbedingten unerwünschten Ereignisse und Vitalparameter entsprachen denen früherer Studien bei Erwachsenen mit ADHS. ZUSAMMENFASSUNG: Bei Erwachsenen mit ADHS wiesen die PoA-Werte auf eine beeinträchtigte Aufmerksamkeit zu Beginn der Behandlung und auf ein Ansprechen auf die Behandlung mit LDX und MAS-IR (im Vergleich zu Placebo) hin, was den Wert der PoA für die Messung des zeitlichen Verlaufs der pharmakologischen Behandlungseffekte unterstreicht.

Kategorien: ADHS bei Erwachsenen, Medikamente, Therapie

Schlagwörter: ADHS, ADHS im Erwachsenenalter, Erwachsene, Diagnostik, Lisdexamfetamin, Amphetamin, Stimulanzien, Hyperaktivität, Geschlecht, Neuropsychologie

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