Verbessert, aber weiterhin beeinträchtigt: Zusammenhang zwischen Symptomen und Beeinträchtigungen bei Jugendlichen mit Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung, die ambulante Betreuung erhalten
Briannon O'connor, Annie Garner, James Peugh, John Simon, Jeffery Epstein (2015)
Journal of developmental and behavioral pediatrics : JDBP 36(2), 106-114
Zusammenfassung
ZIEL: Untersuchung der Zusammenhänge zwischen dem Verlauf von Symptomen und Beeinträchtigungen bei Jugendlichen mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) in der Primärversorgung. METHODEN: Die Eltern von Jugendlichen (n = 1976) beurteilten die Symptome ihrer Kinder hinsichtlich Unaufmerksamkeit und Hyperaktivität/Impulsivität sowie Beeinträchtigungen in verschiedenen Bereichen. Mithilfe von Mehrebenenmodellen wurden die Verläufe von Symptomen und Beeinträchtigungen charakterisiert und untersucht, ob Veränderungen im Verlauf der Symptomdimensionen mit Veränderungen im Verlauf der Beeinträchtigungen im Zeitverlauf korrespondierten. ERGEBNISSE: Die Ergebnisse zeigten, dass sich die Symptomdimensionen zunächst verbesserten, dann stagnierten und schließlich nur noch minimal abnahmen. Die Beeinträchtigungen blieben jedoch weitgehend stabil (d. h., sie verbesserten oder verschlechterten sich nicht). Eine Verbesserung der Unaufmerksamkeitssymptome korrelierte mit einer Verbesserung der Schreibfähigkeit, und eine Verbesserung der Hyperaktivitäts-/Impulsivitätssymptome korrelierte mit einer Verbesserung der Beziehungen zu Gleichaltrigen. SCHLUSSFOLGERUNGEN: Jugendliche mit ADHS, die von ihrem niedergelassenen Kinderarzt behandelt werden, zeigen anfänglich tendenziell eine Besserung ihrer Symptome, allerdings stagniert diese Symptomreduktion und ist nicht mit entsprechenden Verbesserungen in den meisten Bereichen der Beeinträchtigung verbunden.
Kategorien: ADHS bei Kindern, Diagnostik
Schlagwörter: ADHS, Kinder, Jugendliche, Diagnostik, Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität, Impulsivität, Geschlecht, Schule
