Aufmerksamkeit auf die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung bei Schizophrenie lenken

Stefano Pallanti, Luana Salerno (2015)

World journal of psychiatry 5(1), 47-55

Zusammenfassung

Schizophrenie und Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) sind zwei psychiatrische Erkrankungen, die die Lebensqualität der Betroffenen erheblich beeinträchtigen. Obwohl sie unterschiedlichen Störungskategorien zugeordnet werden, gilt Aufmerksamkeitsstörungen als zentrales Merkmal beider Erkrankungen, sowohl auf klinischer als auch auf pathophysiologischer Ebene. Neben den offensichtlichen klinischen Überschneidungen bietet der Ansatz der Research Domain Criteria (RDC) eine interessante Perspektive, um die gemeinsamen neuronalen Schaltkreise beider Störungen zu entschlüsseln. Daher untersuchen wir die Evidenz für die Überschneidungen zwischen Schizophrenie und ADHS auf klinischer Ebene sowie auf der Ebene der zugrunde liegenden Hirnmechanismen. Auch der Einfluss von Umweltrisikofaktoren auf die Entstehung beider Störungen und deren Entwicklungsverlauf wird betrachtet. Wir versuchen, die komplexe Beziehung zwischen Stimulanzienkonsum und psychotischen Symptomen zu beleuchten und diskutieren die mögliche Rolle von ADHS-Medikamenten bei der Auslösung oder Verschlimmerung von Psychosen. Wir hoffen, dass diese Ergebnisse zusammengenommen weitere Untersuchungen anregen und wichtige Implikationen für Klinik und Forschung haben. Angesichts der zunehmenden Evidenz für Überschneidungen zwischen Schizophrenie und ADHS könnte die Abgrenzung dieser beiden Störungen die Diagnose- und Behandlungsentscheidung erleichtern. Darüber hinaus könnte sie dazu beitragen, präventive Maßnahmen gegen Schizophrenie und ADHS durch die Reduzierung bekannter umweltbedingter Risikofaktoren zu fördern.

Kategorien: Diagnostik, Medikamente, Therapie

Schlagwörter: ADHS, Diagnostik, Stimulanzien, Hyperaktivität, Lebensqualität

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