Strukturelle und funktionelle Konnektivität des menschlichen Gehirns bei Autismus-Spektrum-Störungen und Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung: Eine Rich-Club-Organisationsstudie

Siddharth Ray, Meghan Miller, Sarah Karalunas, Charles Robertson, David Grayson, Robert Cary, Elizabeth Hawkey, Julia Painter, Daniel Kriz, Eric Fombonne, Joel Nigg, Damien Fair (2014)

Human Brain Mapping 35(12), 6032-6048

Zusammenfassung

Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) und Autismus-Spektrum-Störungen (ASS) gehören zu den häufigsten und komplexesten neurologischen Entwicklungsstörungen im Kindesalter. Obwohl beide Störungen viele Verhaltens- und neuropsychologische Gemeinsamkeiten aufweisen, untersuchen die meisten MRT-Studien jeweils nur eine der Störungen. Mithilfe der Graphentheorie in Kombination mit struktureller und funktioneller Konnektivität untersuchten wir die großräumige Netzwerkorganisation dreier Kindergruppen: einer Gruppe mit ADHS (8–12 Jahre, n = 20), einer Gruppe mit ASS (7–13 Jahre, n = 16) und einer Kontrollgruppe mit typischer Entwicklung (8–12 Jahre, n = 20). Wir wenden das Konzept der Rich-Club-Organisation an, wonach zentrale, stark vernetzte Hub-Regionen auch untereinander stark vernetzt sind. Wir untersuchen das Gehirn in zwei verschiedenen Netzwerkdomänen: (1) innerhalb eines Rich-Club-Netzwerks und (2) außerhalb eines Rich-Club-Netzwerks. Die ASS- und ADHS-Gruppen zeigten deutlich unterschiedliche Muster von Rich-Club- und Nicht-Rich-Club-Verbindungen sowohl in den funktionellen als auch in den strukturellen Daten. Die ASD-Gruppe zeigte eine höhere Konnektivität in strukturellen und funktionellen Netzwerken, jedoch nur innerhalb der Rich-Club-Netzwerke. Diese Ergebnisse wurden anhand des Autism Brain Imaging Data Exchange-Datensatzes mit ASD (n = 85) und TD (n = 101) repliziert. Die ADHS-Gruppe wies eine geringere generalisierte fraktionelle Anisotropie und funktionelle Konnektivität innerhalb der Rich-Club-Netzwerke auf, jedoch eine höhere Anzahl axonaler Fasern und höhere Korrelationskoeffizienten außerhalb der Rich-Club-Netzwerke. Trotz einiger gemeinsamer biologischer Merkmale und häufiger Komorbidität deuten diese Daten darauf hin, dass ADHS und ASD im mittleren Kindesalter unterschiedliche großräumige Konnektivitätsmuster aufweisen.

Kategorien: ADHS bei Kindern, Autismus-Spektrum-Störungen

Schlagwörter: ADHS, Kinder, Jugendliche, Hyperaktivität, Autismus-Spektrum-Störung, MRT, Neuropsychologie

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