Innovationen und Änderungen in der ICD-11-Klassifikation psychischer, Verhaltens- und neurologischer Entwicklungsstörungen
Geoffrey M. Reed, Michael B. First, Cary S. Kogan, et al. (2019)
World Psychiatry 18(1), 3-19
Zusammenfassung
Nach der Genehmigung der ICD-11 durch die Weltgesundheitsversammlung sollten die Mitgliedstaaten von ICD-10 auf ICD-11 umstellen. Die WHO entwickelt hierzu klinische Beschreibungen und diagnostische Leitlinien für psychische, Verhaltens- und neurologische Entwicklungsstörungen. Die Überarbeitung beruhte auf klinischem Nutzen und globaler Anwendbarkeit und war besonders international, mehrsprachig, multidisziplinär und partizipativ. Zu den Neuerungen gehören konsistente und systematisch strukturierte Informationen, eine Lebensspannenperspektive und kulturspezifische Hinweise für jede Störung. Dimensionale Ansätze wurden vor allem bei Persönlichkeitsstörungen und primären psychotischen Störungen integriert; sie entsprechen der Evidenz besser, sind mit recovery-orientierten Ansätzen vereinbar, verringern künstliche Komorbidität und bilden Veränderungen über die Zeit besser ab. Der Beitrag beschreibt wesentliche Strukturänderungen gegenüber ICD-10, zwei neue für die psychische Gesundheitsversorgung relevante Kapitel sowie neue Kategorien und ihre Begründung. Die Übersicht soll klinisch und wissenschaftlich Tätigen die Orientierung und Vorbereitung auf die Umsetzung erleichtern.
Kategorien: ADHS Allgemein, Diagnostik
Schlagwörter: ADHS, Diagnostik, Klassifikation, Entwicklungsstörung
