Molekularpsychiatrie des Zebrafisches

A. Stewart, J F P Ullmann, W H J Norton, M. Parker, C. Brennan, R. Gerlai, A. Kalueff (2015)

Molecular psychiatry 20(1), 2-17

Zusammenfassung

Aufgrund ihrer gut charakterisierten neuronalen Entwicklung und hohen genetischen Homologie zu Säugetieren haben sich Zebrafische (Danio rerio) als leistungsstarke Modellorganismen in der biologischen Psychiatrie etabliert. In diesem Artikel erörtern wir die molekulare Psychiatrie des Zebrafisches und ihre Bedeutung für die translationale neurowissenschaftliche Forschung sowie die Modellierung von Erkrankungen des zentralen Nervensystems (ZNS). Insbesondere beschreiben wir aktuelle genetische und technologische Entwicklungen, die In-vivo-Untersuchungen, Hochdurchsatz-Screening und Ganzhirnanalysen an Zebrafischlarven und -adulten ermöglichen. Wir fassen außerdem die Anwendung dieser molekularen Techniken zum Verständnis neuropsychiatrischer Erkrankungen zusammen und zeigen das Potenzial des Zebrafisches für die Modellierung komplexer Hirnerkrankungen auf, darunter Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS), Aggression, posttraumatischer Stress und Substanzmissbrauch. Durch eine kritische Bewertung der Vor- und Nachteile von Tests mit Larven und adulten Fischen kommen wir zu dem Schluss, dass Zebrafischmodelle sich zu einem schnell wachsenden neuen Forschungsfeld in der modernen molekularen Psychiatrie entwickeln werden.

Kategorien: Diagnostik, Störung des Sozialverhaltens, Sucht

Schlagwörter: ADHS, Erwachsene, Diagnostik, Hyperaktivität, Sucht, Genetik, Aggression

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