Die zirkadiane Modulation des Dopaminspiegels und die Entwicklung dopaminerger Neuronen tragen zu Aufmerksamkeitsdefiziten und hyperaktivem Verhalten bei.

Jian Huang, Zhaomin Zhong, Mingyong Wang, Xifeng Chen, Yicheng Tan, Shuqing Zhang, Wei He, Xiong He, Guodong Huang, Haiping Lu, Ping Wu, Yi Che, Yi-Lin Yan, John Postlethwait, Wenbiao Chen, Han Wang (2015)

The Journal of neuroscience : the official journal of the Society for Neuroscience 35(6), 2572-2587

Zusammenfassung

Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ist eine der häufigsten psychiatrischen Erkrankungen bei Kindern und Erwachsenen. Obwohl ADHS-Patienten oft zirkadiane Rhythmusstörungen aufweisen, sind die zugrundeliegenden Mechanismen unklar. Wir fanden heraus, dass Zebrafisch-Mutanten des zirkadianen Gens period1b (per1b) hyperaktives, impulsives und aufmerksamkeitsdefizitähnliches Verhalten sowie niedrige Dopaminspiegel zeigen, ähnlich wie menschliche ADHS-Patienten. Wir fanden heraus, dass die zirkadiane Uhr die Dopamin-bezogenen Gene Monoaminoxidase und Dopamin-β-Hydroxylase direkt reguliert und über Gene, die für die Entwicklung oder den Erhalt dopaminerger Neuronen wichtig sind, deren Anzahl und Organisation im ventralen diencephalen Tuberculum posterius reguliert. Weiterhin fanden wir heraus, dass Per1-Knockout-Mäuse ebenfalls ADHS-ähnliche Symptome und reduzierte Dopaminspiegel aufweisen, was auf hochkonservierte Funktionen der zirkadianen Uhr bei ADHS hinweist. Unsere Studien zeigen, dass die Störung eines zirkadianen Uhrgens ein ADHS-ähnliches Syndrom hervorruft. Das zirkadiane Modell für Aufmerksamkeitsdefizite und hyperaktives Verhalten wirft Licht auf die Pathogenese von ADHS und eröffnet Wege zur Erforschung neuer Ziele für die Diagnose und Therapie dieser häufigen psychiatrischen Störung.

Kategorien: ADHS bei Erwachsenen, ADHS bei Kindern, Diagnostik

Schlagwörter: ADHS, Kinder, Erwachsene, Diagnostik, Hyperaktivität, Impulsivität, Genetik

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