Der Zusammenhang zwischen Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung und Nikotinkonsum bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen
Amanda Symmes, Ken Winters, Tamara Fahnhorst, Andria Botzet, Susanne Lee, Gerald August, George Realmuto (2015)
Journal of child & adolescent substance abuse 24(1), 37-45
Zusammenfassung
Frühere Studien deuten darauf hin, dass Jugendliche mit ADHS anfälliger für Nikotinkonsum sind als Jugendliche ohne ADHS. Eine Erklärung für diesen Zusammenhang ist die Selbstmedikationstheorie. Die vorliegende Studie untersucht den Nikotinkonsum in einer prospektiven Stichprobe, die im Rahmen einer Bevölkerungsstichprobe und nicht in einem klinischen Setting erhoben wurde. Der Nikotinkonsum wurde bis ins junge Erwachsenenalter (Durchschnittsalter: 18, 20 und 22 Jahre) erfasst. Drei Gruppen wurden anhand ihres ADHS-Status in der Kindheit verglichen: eine Gruppe mit ADHS allein, eine Gruppe mit ADHS und externalisierenden Störungen sowie eine Kontrollgruppe. Die Ergebnisse zeigten, dass Personen mit ADHS in der Kindheit und einer externalisierenden Störung zu allen drei Messzeitpunkten einen höheren Nikotinkonsum aufwiesen als die ADHS-Gruppe ohne externalisierende Störung und die Vergleichsgruppe der Jugendlichen ohne ADHS. Die Gruppenunterschiede blieben auch nach Berücksichtigung möglicher Störfaktoren (Alter, Geschlecht und aktuelle Behandlung mit Psychostimulanzien) signifikant. Die Studienergebnisse werden im Hinblick auf die Selbstmedikationshypothese und die Bedeutung von Nikotinpräventionsprogrammen für Jugendliche und junge Erwachsene mit ADHS und externalisierenden Problemen diskutiert.
Kategorien: ADHS bei Erwachsenen, ADHS bei Kindern, Sucht
Schlagwörter: ADHS, ADHS im Erwachsenenalter, Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Stimulanzien, Hyperaktivität, Geschlecht
