Grün- und Wasserflächen und Verhaltensentwicklung bei Schulkindern in Barcelona: Das BREATHE-Projekt
Elmira Amoly, Payam Dadvand, Joan Forns, Mónica López-Vicente, Xavier Basagaña, Jordi Julvez, Mar Alvarez-Pedrerol, Mark Nieuwenhuijsen, Jordi Sunyer (2014)
Environmental health perspectives 122(12), 1351-1358
Zusammenfassung
HINTERGRUND: Grünflächen werden mit einer verbesserten psychischen Gesundheit von Kindern in Verbindung gebracht; allerdings sind epidemiologische Daten zu ihrem Einfluss auf die Verhaltensentwicklung von Kindern rar. ZIELSETZUNG: Wir untersuchten den Einfluss des Kontakts mit Grünflächen und Wasserflächen (Stränden) auf Indikatoren der Verhaltensentwicklung und Symptome der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) bei Schulkindern. METHODEN: Diese Studie basierte auf einer Stichprobe von 2.111 Schulkindern (7–10 Jahre) aus 36 Schulen in Barcelona im Jahr 2012. Wir erhoben Daten zur in Grünflächen und an Stränden verbrachten Zeit sowie Daten aus dem Fragebogen zu Stärken und Schwierigkeiten (SDQ) von den Eltern und ADHS/DSM-IV-Fragebögen von den Lehrkräften. Der Grünanteil in der Umgebung wurde als durchschnittlicher normalisierter Differenzvegetationsindex (NDVI) in Pufferzonen von 100 m, 250 m und 500 m um jede Wohnadresse erfasst. Die Nähe zu Grünflächen wurde als Wohnort innerhalb von 300 m Entfernung zu einer größeren Grünfläche (≥ 0,05 km²) definiert. Wir verwendeten Quasi-Poisson-Modelle mit gemischten Effekten (unter Berücksichtigung des Schul-Zufallseffekts), um die Zusammenhänge zwischen Indikatoren für den Kontakt mit Grünflächen und den Gesamt- und Subskalenwerten des SDQ und des ADHS separat zu schätzen. ERGEBNISSE: Wir schätzten generell positive Zusammenhänge zwischen Verhaltensindikatoren und längerer Aufenthaltsdauer in Grünanlagen und an Stränden sowie mit der Grünflächenintensität im Wohnumfeld. Konkret fanden wir statistisch signifikante inverse Zusammenhänge zwischen der Spielzeit in Grünanlagen und den SDQ-Gesamtschwierigkeiten, emotionalen Symptomen und Problemen in der Peer-Beziehung; zwischen der Grünflächenintensität im Wohnumfeld und den SDQ-Gesamtschwierigkeiten sowie Hyperaktivität/Aufmerksamkeitsdefizit und den ADHS/DSM-IV-Gesamt- und Aufmerksamkeitsdefizitwerten; und zwischen jährlichen Strandbesuchen und den SDQ-Gesamtschwierigkeiten, Problemen in der Peer-Beziehung und prosozialem Verhalten. Bezüglich der Nähe zu größeren Grünflächen waren die Ergebnisse nicht eindeutig. SCHLUSSFOLGERUNG: Unsere Ergebnisse belegen die positiven Auswirkungen des Kontakts mit Grün- und Wasserflächen auf die Verhaltensentwicklung von Schulkindern.
Kategorien: ADHS bei Kindern
Schlagwörter: ADHS, Kinder, Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität, Epidemiologie, Geschlecht, Emotionen, Schule
