ADHS und das externalisierende Spektrum: Direkter Vergleich von kategorialen, kontinuierlichen und hybriden Modellen der Anfälligkeit in einer national repräsentativen Stichprobe

Natacha Carragher, Robert Krueger, Nicholas Eaton, Kristian Markon, Katherine Keyes, Carlos Blanco, Tulshi Saha, Deborah Hasin (2014)

Social psychiatry and psychiatric epidemiology 49(8), 1307-1317

Zusammenfassung

ZIEL: Alkoholabhängigkeit, Substanzkonsumstörungen und antisoziale Persönlichkeitsstörung weisen eine gemeinsame externalisierende Verhaltensneigung auf, die auch Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) umfassen kann. Bisherige Studien haben jedoch nur wenige formale quantitative Modelle der externalisierenden Verhaltensneigung verglichen, um deren kategorialen und/oder kontinuierlichen Charakter in der Allgemeinbevölkerung zu untersuchen. Diese Studie vergleicht kategoriale, kontinuierliche und hybride Modelle der externalisierenden Verhaltensneigung. METHODE: Die Daten stammen aus der National Epidemiologic Survey on Alcohol and Related Conditions (NEAS) 2004–2005 (N = 34.653). Sieben Störungen wurden modelliert: ADHS im Kindesalter sowie Lebenszeitdiagnosen von antisozialer Persönlichkeitsstörung (ASPD), Nikotinabhängigkeit, Alkoholabhängigkeit, Cannabisabhängigkeit, Kokainabhängigkeit und anderen Substanzabhängigkeiten. ERGEBNISSE: Das kontinuierliche latente Merkmalsmodell zeigte die beste Anpassung an die Daten. Analysen der Messinvarianz bestätigten die Anpassung des Modells über die Geschlechter hinweg, wobei Frauen eine signifikant geringere Wahrscheinlichkeit für externalisierende Störungen aufwiesen. Kokainabhängigkeit, Marihuanaabhängigkeit, Abhängigkeit von anderen Substanzen, Alkoholabhängigkeit, antisoziale Persönlichkeitsstörung (ASPD), Nikotinabhängigkeit und ADHS lieferten jeweils die wichtigsten Informationen über das zugrunde liegende externalisierende Kontinuum. SCHLUSSFOLGERUNGEN: Die Anfälligkeit für externalisierende Störungen ist kontinuierlich und dimensional in ihrem Schweregrad. Die Ergebnisse haben wichtige Implikationen für die Organisationsstruktur externalisierender Psychopathologie in psychiatrischen Nomenklaturen.

Kategorien: Diagnostik, Störung des Sozialverhaltens, Sucht

Schlagwörter: ADHS, Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Diagnostik, Hyperaktivität, Sucht, Alkohol, Epidemiologie, Geschlecht

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