Neuronale Aktivierung während der Reaktionshemmung bei Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung im Erwachsenenalter: Vorläufige Ergebnisse zu den Auswirkungen von Medikamenten und dem Schweregrad der Symptome

Eliza Congdon, Lori Altshuler, Jeanette Mumford, Katherine Karlsgodt, Fred Sabb, Joseph Ventura, James McGough, Edythe London, Tyrone Cannon, Robert Bilder, Russell Poldrack (2014)

Psychiatry research 222(1-2), 17-28

Zusammenfassung

Studien an Erwachsenen mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) deuten auf eine beeinträchtigte Reaktionshemmung hin, doch die Befunde zu den neuronalen Korrelaten der Hemmung in dieser Patientengruppe sind uneinheitlich. Wir verglichen mithilfe der Stop-Signal-Aufgabe und funktioneller Magnetresonanztomographie (fMRT) die mit der Reaktionshemmung assoziierte neuronale Aktivierung bei Erwachsenen mit ADHS (N=35) und gesunden Kontrollpersonen (N=62) und untersuchten in Folgeuntersuchungen den Einfluss der aktuellen Medikamenteneinnahme und des Schweregrads der Symptome. Es zeigten sich keine Unterschiede in der Leistung in der Stop-Signal-Aufgabe oder der neuronalen Aktivierung zwischen den ADHS- und Kontrollteilnehmern. Bei den ADHS-Teilnehmern waren jedoch signifikante Unterschiede mit der aktuellen Medikation assoziiert: Personen, die Psychostimulanzien einnahmen (N=25), wiesen eine geringere Aktivierung im Zusammenhang mit der Reaktionshemmung auf als Personen, die keine Psychostimulanzien einnahmen (N=10). Folgeanalysen legten nahe, dass dieser Unterschied in der Aktivierung unabhängig vom Schweregrad der Symptome war. Diese Ergebnisse belegen, dass Defizite in der mit der Hemmung assoziierten neuronalen Aktivierung bei einer Untergruppe von Erwachsenen mit ADHS fortbestehen, nämlich bei denjenigen, die aktuell Psychostimulanzien einnehmen. Diese Ergebnisse tragen dazu bei, einige der Diskrepanzen in der Literatur zu erklären und unser Verständnis dafür zu verbessern, warum Defizite in der Reaktionshemmung bei erwachsenen ADHS-Patienten im Vergleich zu Kindern und Jugendlichen variabler sind.

Kategorien: ADHS bei Erwachsenen, ADHS bei Kindern, Medikamente

Schlagwörter: ADHS, ADHS im Erwachsenenalter, Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Stimulanzien, Hyperaktivität, MRT, Geschlecht, Neuropsychologie

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