Präferenzen und Ziele der Eltern hinsichtlich der ADHS-Behandlung

Alexander Fiks, Stephanie Mayne, Elena Debartolo, Thomas Power, James Guevara (2013)

PEDIATRICS 132(4), 692-702

Zusammenfassung

ZIELE: Beschreibung des Zusammenhangs zwischen den Behandlungswünschen und -zielen von Eltern hinsichtlich Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) und dem Behandlungsbeginn. METHODEN: Eltern/Erziehungsberechtigte von Kindern im Alter von 6 bis 12 Jahren, bei denen in den letzten 18 Monaten ADHS diagnostiziert wurde und die aktuell keine kombinierte Behandlung (Medikamente und Verhaltenstherapie) erhielten, wurden an acht Hausarztpraxen und einem ADHS-Behandlungszentrum rekrutiert. Die Eltern füllten das validierte Instrument zur Erfassung von ADHS-Präferenzen und -Zielen aus und gaben nach sechs Monaten an, ob ihre Kinder eine Behandlung erhalten hatten. Mittels logistischer Regression wurde der Zusammenhang zwischen den Ausgangspräferenzen und -zielen und dem Behandlungsbeginn analysiert. Mithilfe linearer Regression verglichen wir die Veränderung der Präferenzen und Ziele über sechs Monate bei Kindern, die eine Behandlung begannen, mit derjenigen anderer Kinder. ERGEBNISSE: An der Studie nahmen 148 Eltern/Erziehungsberechtigte teil. Die medikamentöse Grundversorgung und die Präferenz für Verhaltenstherapie (BT) korrelierten mit dem Therapiebeginn (Odds Ratio [OR]: 2,6 [95%-Konfidenzintervall (KI): 1,2–5,5] bzw. 2,2 [95%-KI: 1,0–5,1]). Das Ziel schulischer Leistungen korrelierte mit dem Beginn einer medikamentösen Therapie (OR: 2,1 [95%-KI: 1,3–3,4]), das Ziel der Verhaltensadhärenz mit dem Beginn einer BT (OR: 1,6 [95%-KI: 1,1–2,4]). Nach sechs Monaten zeigten Eltern, deren Kinder eine medikamentöse Therapie oder BT begonnen hatten, im Vergleich zu anderen Eltern niedrigere Ziele in Bezug auf schulische Leistungen und Verhalten, was darauf hindeutet, dass ihre Ziele erreicht wurden. Allerdings wiesen nur diejenigen Eltern, deren Kinder eine BT begonnen hatten, niedrigere Ziele im Bereich zwischenmenschlicher Beziehungen auf. SCHLUSSFOLGERUNGEN: Die Behandlungspräferenzen der Eltern korrelierten mit dem Therapiebeginn, und Eltern mit unterschiedlichen Zielen wählten unterschiedliche Behandlungen. Die Ergebnisse unterstützen die formale Erfassung von Präferenzen und Zielen in der Praxis, wie sie in den aktuellen nationalen Leitlinien zum ADHS-Management priorisiert wird.

Kategorien: Medikamente, Psychotherapie, Therapie

Schlagwörter: ADHS, Kinder, Diagnostik, Hyperaktivität, Geschlecht

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