Morbus Perthes und das Risiko für ADHS, Depressionen und Mortalität

Yasmin Hailer, Olle Nilsson (2014)

Acta Orthopaedica 85(5), 501-505

Zusammenfassung

HINTERGRUND UND ZIEL: Es wird vermutet, dass bei Menschen mit Morbus Perthes hyperaktive Verhaltensmuster (wie z. B. Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS)) auftreten. Wir untersuchten, ob Menschen mit Morbus Perthes ein erhöhtes Risiko für ADHS, Depressionen und Mortalität aufweisen. PROBANDEN UND METHODEN: Wir identifizierten 4.057 Personen mit Morbus Perthes in Schweden im Zeitraum von 1964 bis 2011. 40.570 Personen ohne Morbus Perthes wurden zufällig aus der schwedischen Allgemeinbevölkerung ausgewählt und hinsichtlich Geburtsjahr, Geschlecht und Region angeglichen (Kontrollgruppe). Wir verwendeten die Cox-Regressionsanalyse, um die relativen Risiken zu schätzen. ERGEBNISSE: Im Vergleich zur Kontrollgruppe wiesen Personen mit Morbus Perthes ein erhöhtes Risiko (HR 1,5; 95 %-KI: 1,2–1,9) für ADHS auf. Das Risiko war bei Frauen (HR = 2,1; KI: 1,3–3,5) höher als bei Männern (HR = 1,4; KI: 1,1–1,8). Personen mit Morbus Perthes (LCPD) wiesen ein geringfügig höheres Risiko für Depressionen auf (HR = 1,3; KI: 1,1–1,5) als die Kontrollgruppe. Darüber hinaus war bei Personen mit LCPD das Sterberisiko leicht erhöht (HR = 1,2; KI: 1,0–1,4). INTERPRETATION: Personen mit LCPD haben ein erhöhtes Risiko für ADHS. Hyperaktivität könnte den Femurkopf einer höheren mechanischen Belastung aussetzen und zur Ätiologie von LCPD beitragen. Das erhöhte Depressionsrisiko könnte auf die Belastung durch LCPD selbst zurückzuführen sein oder neurobehaviorale Aspekte von ADHS widerspiegeln, die sich später im Leben zu einer Depression entwickeln. Personen mit LCPD haben ein erhöhtes Sterberisiko sowie ein erhöhtes Risiko für Suizid und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Kategorien: ADHS bei Kindern, Affektive Störungen

Schlagwörter: ADHS, Kinder, Hyperaktivität, Depression, Geschlecht, Schule

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