Negative Emotionalität vermittelt den Zusammenhang zwischen dem 5-HTTLPR-Genotyp und Depressionen bei Kindern mit und ohne ADHS.

James Li, Steve Lee (2014)

Psychiatry research 215(1), 163-169

Zusammenfassung

Der 44 Basenpaare umfassende Polymorphismus in der Promotorregion des Serotonintransporter-Gens (5-HTTLPR) wird mit der Ätiologie von Depressionen in Verbindung gebracht, doch ist relativ wenig über mögliche Mediatoren dieses Zusammenhangs bekannt. Obwohl Temperamentsdimensionen wahrscheinlich in engem Zusammenhang mit den neurobiologischen und genetischen Faktoren stehen, die Depressionen zugrunde liegen, wurde das Temperament bisher nicht formal als potenzieller Kausalzusammenhang untersucht. Wir untersuchten individuelle Unterschiede in Temperamentsdimensionen [negative Emotionalität (NE), prosoziales Verhalten (PRO) und Wagemut (DA)] als potenzielle Mediatoren des 5-HTTLPR-Genotyps und kindlicher Depression. Mithilfe eines multiplen Mediationsmodells testeten wir den Zusammenhang zwischen dem 5-HTTLPR-Genotyp von Kindern und diesen Temperamentsdimensionen mit Fremdeinschätzungen der kindlichen Depression in einer Stichprobe von 218 Kindern mit und ohne Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS). Das lange Allel von 5-HTTLPR war mit höherer NE und niedrigerer PRO, jedoch nicht mit DA assoziiert. Hohe NE-Werte vermittelten den Zusammenhang zwischen dem 5-HTTLPR-Genotyp und den getrennten Depressionsbeurteilungen von Eltern und Lehrern. Der ADHS-Status moderierte die vermittelnde Rolle von NE für 5-HTTLPR und Depression nicht. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass NE einen Pfad zwischen 5-HTTLPR und kindlicher Depression darstellen könnte. Die Rolle genetischer Variation und Temperamentsdimensionen als intermediäre Merkmale in der Entwicklung von Depressionen wird diskutiert.

Kategorien: ADHS bei Kindern, Affektive Störungen

Schlagwörter: ADHS, Kinder, Hyperaktivität, Depression, Genetik, Geschlecht, Emotionen, Schule

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