Rauchmotivation bei Erwachsenen mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung anhand des Wisconsin-Inventars für Raucheabhängigkeitsmotive
John Mitchell, Elizabeth McIntyre, F. McClernon, Scott Kollins (2014)
Nicotine & tobacco research : official journal of the Society for Research on Nicotine and Tobacco 16(1), 120-125
Zusammenfassung
EINLEITUNG: Raucher mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) unterscheiden sich von Rauchern ohne ADHS hinsichtlich verschiedener Rauchgewohnheiten (z. B. höhere Prävalenz des Rauchens, schnellerer Übergang zum regelmäßigen Rauchen und größere Schwierigkeiten beim Rauchstopp). Darüber hinaus ist ADHS als Störung durch Defizite in grundlegenden Motivationsprozessen gekennzeichnet. Bislang haben nur wenige Studien untersucht, wie sich die Rauchmotivation bei nikotinabhängigen Personen mit und ohne ADHS unterscheidet. Ziel dieser Studie war es, zu untersuchen, ob spezifische Faktoren der Rauchmotivation Raucher mit und ohne ADHS anhand eines empirisch entwickelten Selbstbeurteilungsfragebogens zur Rauchmotivation differenzieren. METHODEN: Raucher mit (n = 61) und ohne (n = 89) ADHS nahmen an verschiedenen Labor- und klinischen Studien teil, die das Wisconsin Inventory of Smoking Dependence Motives (WISDM) umfassten. ERGEBNISSE: Eine Reihe von Kovarianzanalysen mit statistischer Kontrolle von Alter und ethnischer Zugehörigkeit ergab, dass Raucher mit ADHS auf den folgenden WISDM-Subskalen höhere Werte erzielten als ihre Altersgenossen ohne ADHS: Automatisierung, Kontrollverlust, kognitive Verbesserung, Reizexposition und negative Verstärkung. Raucher der Gruppe ohne ADHS erreichten höhere Werte auf der WISDM-Subskala „Soziale und umweltbedingte Anreize“. Es zeigten sich keine Interaktionen zwischen Gruppe und Geschlecht. SCHLUSSFOLGERUNGEN: Zigarettenraucher mit ADHS berichten über andere Rauchmotive als Raucher ohne ADHS. Die Klärung der Rolle dieser Motivationsfaktoren hat Implikationen für die Raucheprävention und -behandlung.
Kategorien: ADHS bei Erwachsenen, Sucht, Therapie
Schlagwörter: ADHS, Erwachsene, Hyperaktivität, Prävalenz, Geschlecht
