Das neuroprotektive Potenzial von niedrig dosiertem Methamphetamin in präklinischen Modellen von Schlaganfall und Schädel-Hirn-Trauma
Thomas Rau, John Ziemniak, David Poulsen (2015)
Progress in neuro-psychopharmacology & biological psychiatry 64, 231-6
Zusammenfassung
Methamphetamin ist ein Psychostimulans, das erstmals 1920 synthetisiert wurde. Seitdem wird es zur Behandlung von Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS), Adipositas und Narkolepsie eingesetzt. Allerdings hat sich Methamphetamin weltweit auch zu einer der am häufigsten missbrauchten Drogen entwickelt. Bei Missbrauch, der die wiederholte Einnahme hoher Dosen beinhaltet, kann Methamphetamin erhebliche neurotoxische Wirkungen hervorrufen. Jüngste Ergebnisse aus unserem Labor deuten jedoch darauf hin, dass niedrige Dosen von Methamphetamin, wenn sie innerhalb von 12 Stunden nach einem schweren Schädel-Hirn-Trauma (SHT) bei Nagetieren verabreicht werden, einen starken neuroprotektiven Effekt erzielen können. Demnach scheint Methamphetamin unter bestimmten Umständen und bei korrekter Dosierung neuroprotektiv zu wirken. Dieser Übersichtsartikel befasst sich mit dem neuroprotektiven Potenzial von Methamphetamin und konzentriert sich auf dessen mögliche Anwendung bei SHT.
Kategorien: Medikamente
Schlagwörter: ADHS, Amphetamin, Stimulanzien, Hyperaktivität
