Kokaininduzierte Psychose und Impulsivität bei kokainabhängigen Patienten
Carlos Roncero, Constanza Daigre, Lara Grau-Lopez, Laia Rodriguez-Cintas, Carmen Barral, Jesus Perez-Pazos, Begona Gonzalvo, Margarita Corominas, Miguel Casas (2013)
Journal of addictive diseases 32(3), 263-273
Zusammenfassung
Kokainabhängige Patienten weisen eine hohe Impulsivität auf. Kokaininduzierte Psychosen treten häufig bei ihnen auf. Verschiedene Risikofaktoren für kokaininduzierte Psychosen wurden bereits beschrieben. Ziel dieser Studie ist die Analyse des Zusammenhangs zwischen psychotischen Symptomen bei kokainabhängigen Patienten und Impulsivität sowie psychischen Störungen, die durch Impulsivität gekennzeichnet sind. Diese deskriptive Studie umfasste 287 ambulante Patienten mit Kokainabhängigkeit gemäß den DSM-IV-TR-Kriterien. Zur Beurteilung der Patienten wurden das Strukturierte Klinische Interview für DSM-IV Achse I und II, die Barratt-Impulsivitätsskala und ein spezifischer Fragebogen zum Vorliegen einer kokaininduzierten Psychose eingesetzt. Symptome wurden bei 59,9 % der Studienteilnehmer beobachtet. Die Gesamt- und die kognitiven Impulsivitätswerte der Barratt-Impulsivitätsskala waren bei Patienten mit kokaininduzierter Psychose signifikant höher. Personen dieser Gruppe berichteten häufiger von Überdosierungen, begannen im Laufe ihres Lebens mehr Behandlungen und wiesen eine signifikant höhere Prävalenz von Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) auf. Patienten mit kokaininduzierter Psychose weisen eine höhere Impulsivität und eine höhere Prävalenz von Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) auf. Treten diese Störungen bei kokainabhängigen Personen auf, sollte daher das Vorliegen psychotischer Symptome abgeklärt werden, um ein erneutes Auftreten und dessen Folgen zu verhindern.
Kategorien: Diagnostik, Persönlichkeitsstörungen, Sucht
Schlagwörter: ADHS, Erwachsene, Diagnostik, Hyperaktivität, Impulsivität, Sucht, Prävalenz, Geschlecht
