Emotionsregulation vermittelt den Zusammenhang zwischen ADHS und depressiven Symptomen in einer Stichprobe von Jugendlichen aus der Allgemeinbevölkerung.

Karen Seymour, Andrea Chronis-Tuscano, Derek Iwamoto, Gretchen Kurdziel, Laura MacPherson (2014)

Journal of Abnormal Child Psychology 42(4), 611-621

Zusammenfassung

Ziel dieser Studie war es, den longitudinalen Zusammenhang zwischen Symptomen der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS), der Fähigkeit zur Emotionsregulation (ER) und depressiven Symptomen in einer heterogenen Stichprobe von 277 Kindern und Jugendlichen im Alter von 9 bis 12 Jahren (56 % männlich) zu untersuchen. Die Teilnehmenden stammten aus einer größeren Studie zu Risikoverhalten im Jugendalter und absolvierten über drei Jahre jährliche Untersuchungen. Die ADHS-Symptome der Kinder und Jugendlichen wurden zu Messzeitpunkt 1 (T1) mithilfe der von den Eltern ausgefüllten Skala zur Beurteilung von Störungen des Sozialverhaltens (Disruptive Behavior Disorders Rating Scale) erfasst, die ER zu Messzeitpunkt 2 (T2) mithilfe der von den Eltern ausgefüllten Checkliste zur Emotionsregulation (Emotion Regulation Checklist) und die depressiven Symptome zu Messzeitpunkt 3 (T3) mithilfe der revidierten Skala zur Angst und Depression im Kindesalter (Revised Child Anxiety and Depression Scales). Die Analysen untersuchten die ER zu T2 als Mediator zwischen den ADHS-Symptomen zu T1 (einschließlich der spezifischen Beiträge von unaufmerksamen [IA] versus hyperaktiven/impulsiven [HI] Symptomen) und den depressiven Symptomen zu T3. Die Strukturgleichungsmodellierung (SEM) zeigte, dass das spezifizierte Pfadmodell eine ausgezeichnete Anpassung an die Daten aufwies. Untersuchungen indirekter Effekte deuten darauf hin, dass die Emotionsregulation (ER) zum Zeitpunkt T2 ein wichtiger Mechanismus ist, der dem Zusammenhang zwischen ADHS zum Zeitpunkt T1 und Depression zum Zeitpunkt T3 zugrunde liegt, selbst unter Berücksichtigung oppositionellen Trotzverhaltens und depressiver Symptome zum Zeitpunkt T1. Obwohl sowohl die Symptome der Internetsucht (IA) als auch der Hyperaktivität (HI) zum Zeitpunkt T1 signifikante indirekte Effekte auf die Depression zum Zeitpunkt T3 über den Mechanismus der Emotionsregulation (ER) zum Zeitpunkt T2 hatten, erwies sich HI als robusterer Prädiktor für die Emotionsregulation (ER) zum Zeitpunkt T2 als IA. Die Ergebnisse dieser prospektiven Studie stützen Querschnittsbefunde, die auf eine mögliche Verbindung zwischen ADHS und depressiven Symptomen bei Jugendlichen hinweisen. Klinische Implikationen und zukünftige Forschungsrichtungen werden diskutiert.

Kategorien: ADHS bei Kindern, Affektive Störungen, Diagnostik

Schlagwörter: ADHS, Kinder, Jugendliche, Diagnostik, Hyperaktivität, Impulsivität, Depression, Angst, Störung des Sozialverhaltens, Geschlecht, Emotionen, Emotionsregulation

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