Evaluation der deutschen Version der Adult ADHD Self-Report Screening Scale für DSM-5 als Screening-Instrument für ADHS bei Erwachsenen in der Primärversorgung

Cora Ballmann, Markus Alexander Kölle, Ines Bekavac-Günther, Florian Wolf, Florian Pargent, Anne Barzel, Alexandra Philipsen & Jochen Gensichen (2022)

Frontiers in Psychology 13, 858147

Zusammenfassung

ADHS im Erwachsenenalter ist häufig, bleibt aber oft unerkannt. Für die Primärversorgung wird ein valides und zeitsparendes Screening benötigt. Diese Studie bewertete die deutsche Version der Adult ADHD Self-Report Scale für DSM-5 (ASRS-5) hinsichtlich Eignung, Akzeptanz und Zuverlässigkeit. In einer multizentrischen prospektiven Diagnostikstudie wurden 262 Personen aus Hausarztpraxen und einer ADHS-Ambulanz rekrutiert. Eingeschlossen waren 18- bis 65-Jährige mit vermuteter oder diagnostizierter ADHS sowie Personen ohne ADHS als Negativkontrollen. Die Teilnehmenden füllten ASRS-5 und einen soziodemografischen Fragebogen aus; als Referenzdiagnostik diente das strukturierte Interview IDA-R. Die deutsche ASRS-5 zeigte mit 95,6 % Sensitivität und 72,3 % Spezifität vergleichbare psychometrische Eigenschaften wie das englische Original. Die Analysen sprachen für eine latente Dimension beziehungsweise einen Generalfaktor mit einem korrelierten Fehler. Die interne Konsistenz war gut. Hausärztinnen und Hausärzte bewerteten Durchführbarkeit, Akzeptanz und Glaubwürdigkeit positiv; mögliche Probleme betrafen Behandlungsoptionen, Stigmatisierung und Wissenslücken. Die deutsche ASRS-5 ist damit ein vielversprechendes Instrument zur Verbesserung der Diagnostik und Versorgung erwachsener Menschen mit ADHS.

Kategorien: ADHS bei Erwachsenen, Diagnostik

Schlagwörter: ADHS im Erwachsenenalter, Erwachsene, Diagnostik, DSM-5, Validität, Reliabilität, Evaluation

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