Kleinhirnmorphologie und die Auswirkungen von Stimulanzien bei Jugendlichen mit Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung

Iliyan Ivanov, James Murrough, Ravi Bansal, Xuejun Hao, Bradley Peterson (2014)

Biological psychiatry 39(3), 718-726

Zusammenfassung

Das Kleinhirn erweist sich zunehmend als zentrale anatomische Struktur, die normalen Aufmerksamkeits- und kognitiven Kontrollmechanismen zugrunde liegt. Funktionsstörungen in den Schaltkreisen des Kleinhirns könnten zu den Kernsymptomen der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) beitragen. Ziel der vorliegenden Studie war es, die Oberflächenmorphologie des Kleinhirns bei Jugendlichen mit ADHS und gesunden Kontrollpersonen zu charakterisieren. Darüber hinaus untersuchten wir den Zusammenhang zwischen der Kleinhirnmorphologie und dem Schweregrad der ADHS-Symptome sowie die Auswirkungen einer Stimulanzienbehandlung. In einer Querschnittsstudie mit Fall-Kontroll-Design untersuchten wir 46 Jugendliche mit ADHS und 59 gesunde Kontrollpersonen im Alter von 8 bis 18 Jahren mittels Magnetresonanztomographie. Die Messung der Kleinhirnoberflächenmorphologie war der primäre Endpunkt. Im Vergleich zu den Kontrollpersonen wiesen die Jugendlichen mit ADHS ein geringeres regionales Volumen an der lateralen Oberfläche der linken vorderen und der rechten hinteren Kleinhirnhemisphäre auf. Die Einnahme von Stimulanzien korrelierte mit größeren regionalen Volumina an der linken Kleinhirnoberfläche, während stärkere ADHS-Symptome mit kleineren regionalen Volumina im Vermis einhergingen. Wir verwendeten optimierte morphologische Messverfahren, um ADHS-spezifische Veränderungen der Kleinhirnanatomie, Symptomdimensionen und die Wirkung von Stimulanzien zu erfassen. Die Behandlungsdauer korrelierte positiv mit den Volumina spezifischer Kleinhirnregionen und stützt damit ein Modell, demzufolge kompensatorische morphologische Veränderungen die Wirkung der Stimulanzienbehandlung verstärken.

Kategorien: ADHS bei Kindern, Medikamente, Therapie

Schlagwörter: ADHS, Kinder, Jugendliche, Stimulanzien, Hyperaktivität, MRT, Geschlecht

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