Pharmakotherapie der bipolaren Störung bei Kindern und Jugendlichen: ein Update
Tatiana Peruzzolo, Silza Tramontina, Luis Rohde, Cristian Zeni (2013)
Revista brasileira de psiquiatria (Sao Paulo, Brazil : 1999) 35(4), 393-405
Zusammenfassung
ZIEL: Darstellung der Optionen für die Akut- und Erhaltungstherapie der bipolaren Störung bei Kindern und Jugendlichen, einschließlich der Behandlung bipolarer Depression und komorbider Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS). METHODEN: Narrative Übersicht randomisierter klinischer Studien und offener Studien aus den Jahren 2000 bis 2012. Die Datenbanken PubMed und PsycINFO wurden durchsucht. Fallserien wurden einbezogen, wenn keine Evidenz höherer Qualität vorlag. ERGEBNISSE: Veröffentlichte Daten aus randomisierten kontrollierten Studien (RCTs) mit signifikanten Ansprechraten bei akuter Manie/Hypomanie liegen für Lithium, Topiramat, Risperidon, Olanzapin und Aripiprazol vor. Offene Studien mit Lithium und Lamotrigin zeigen, dass diese Medikamente bei der Behandlung depressiver Episoden wirksam sein können. Es wurden keine Studien mit selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRI) durchgeführt. In der Behandlung von komorbider ADHS liegen vielversprechende Ergebnisse mit Amphetaminsalzen in gemischter Form und Atomoxetin vor; mit Methylphenidat werden widersprüchliche Ergebnisse beobachtet. FAZIT: Veröffentlichte randomisierte kontrollierte Studien (RCTs) zu traditionellen Stimmungsstabilisatoren sind selten, aber die beste verfügbare Evidenz (Ergebnisse einer Metaanalyse) deutet darauf hin, dass Antipsychotika der zweiten Generation (SGAs) insgesamt wirksamer bei der Reduktion manischer Symptome sind. Risperidon war das einzige in direkten Vergleichen (gegenüber Lithium und Divalproex) untersuchte Medikament und zeigte eine Überlegenheit hinsichtlich der Wirksamkeit, jedoch mit mehr metabolischen Nebenwirkungen, die auch bei den meisten anderen SGAs häufiger auftraten. Es gibt nur wenige Studien zur Behandlung von ADHS und Depression. Die brasilianischen Leitlinien zur Behandlung der bipolaren Störung im Kindes- und Jugendalter sollten ebenfalls einige SGAs (insbesondere Risperidon und Aripiprazol) als Erstlinientherapie einschließen, und diese Medikamente sollten von den öffentlichen Gesundheitsdiensten bereitgestellt werden.
Kategorien: ADHS bei Kindern, Affektive Störungen, Medikamente
Schlagwörter: ADHS, Kinder, Jugendliche, Komorbidität, Methylphenidat, Atomoxetin, Amphetamin, Hyperaktivität, Depression
