Ein ätiologieübergreifender Vergleich der sozio-emotionalen Verhaltensprofile im Zusammenhang mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung und spezifischer Sprachstörung
Sean Redmond, Andrea Ash (2014)
Clinical Linguistics & Phonetics 28(5), 346-365
Zusammenfassung
Vergleiche verschiedener Ätiologien liefern wichtige Informationen, die Fachkräften helfen können, Kriterien für die Differenzialdiagnose festzulegen und Interventionen gezielt auf die Ursache der Schwierigkeiten von Kindern abzustimmen. Diese Studie untersuchte, inwieweit Elternbeurteilungsskalen für sozioemotionale Verhaltensschwierigkeiten zwischen Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS), spezifischer Sprachentwicklungsstörung (SSES) und typischer Entwicklung (TE) differenzieren. Die Eltern von 60 Kindern (7–8 Jahre) füllten die Child Behavior Checklist (Achenbach & Rescorla, 2001) und die Conners Parent Rating Scale-Revised (Conners, 2004) aus. Es zeigten sich signifikante Unterschiede zwischen den Beurteilungen der Kinder mit ADHS und der Kinder mit SSES und TE auf verschiedenen Skalen, die Verhaltens- und emotionale Schwierigkeiten erfassten. Die meisten dieser Unterschiede waren nicht signifikant, wenn der nonverbale IQ als Kovariate berücksichtigt oder die Syndromskalen um sprachliche und akademische Items bereinigt wurden. Im Gegensatz dazu hatten diese Anpassungen nur geringe Auswirkungen auf die beobachteten Unterschiede zwischen den Kindern mit ADHS und den anderen Gruppen. Diese Ergebnisse verdeutlichen wichtige und klinisch relevante Unterschiede im Umfang und Ausmaß der sozioemotionalen Verhaltensschwierigkeiten, die mit ADHS und spezifischer Sprachentwicklungsstörung (SSES) einhergehen.
Kategorien: ADHS bei Kindern, Diagnostik, Therapie
Schlagwörter: ADHS, ADHS bei Kindern, Kinder, Diagnostik, Hyperaktivität, Geschlecht, Emotionen
