Fallbericht: Guanfacin und Methylphenidat besserten chronische Rückenschmerzen bei autosomal-dominanter polyzystischer Nierenerkrankung mit komorbider ADHS und Autismus-Spektrum-Störung

Satoshi Kasahara, Shoichiro Kanda, Miwako Takahashi, Mao Fujioka, Taito Morita, Ko Matsudaira, Naoko Sato, Motoshi Hattori, Toshimitsu Momose, Shin-Ichi Niwa & Kanji Uchida (2023)

Frontiers in Pediatrics 11, 1283823

Zusammenfassung

Die autosomal-dominante polyzystische Nierenerkrankung verursacht häufig chronische Schmerzen. Da ADHS bei der verwandten zystischen Fibrose vermehrt auftritt, könnte auch bei dieser Nierenerkrankung ein Zusammenhang bestehen; Wirkungen von ADHS-Medikamenten auf chronische Schmerzen waren nicht untersucht. Berichtet wird über eine 15-jährige Patientin mit autosomal-dominanter polyzystischer Nierenerkrankung, ADHS, Autismus und chronischen Rückenschmerzen, die wegen ihrer Beschwerden die Schule verlassen musste. Eine zuvor festgestellte Autismusdiagnose und blutdrucksenkende Behandlung brachten keine ausreichende Besserung. Nach Bestätigung der ADHS wurden Methylphenidat, Atomoxetin und Guanfacin eingesetzt. Die jeweiligen Monotherapien verursachten Blutdruckprobleme; die Kombination aus 18 mg Methylphenidat und 4 mg Guanfacin linderte dagegen die Schmerzen und stabilisierte den Blutdruck ausreichend, sodass die Patientin ein Studium aufnehmen konnte. Parallel verbesserte sich die zerebrale Durchblutung im präfrontalen und insulären Kortex. Die Bestätigung der komorbiden ADHS ermöglichte eine wirksame Behandlung; ein ADHS-Screening kann bei chronischen Schmerzen bedeutsam sein.

Kategorien: ADHS bei Kindern, Medikamente, Therapie

Schlagwörter: ADHS bei Kindern, Jugendliche, Komorbidität, Autismus-Spektrum-Störung, Methylphenidat, Pharmakotherapie

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